Eine Koalition der besonderen Art geht in Bad Griesbach an den Start: Die Schuldnerberatung der Diakonie Passau, das Zentrum für Lehrerbildung, Hochschul- und Fachdidaktik der Universität Passau (ZLF) und die Realschule Bad Griesbach haben sich im gemeinsamen Präventionsprojekt „Finanzgenie“ zusammengetan, um Jugendliche vor einer frühzeitigen Verschuldung zu schützen und ihnen wertvolle Tipps zum Umgang mit Geld zu geben.

Foto(Realschule) vorne von rechts: Schuldnerberater Claus Nömeier, Iris Stephan von der ZLF der Uni Passau, Rektor Albrecht Wolfrum; vorne links Konrektor Christoph Obermayer und weitere beteiligte Realschullehrkräfte
Immer mehr Kinder und Jugendliche verschulden sich immer schneller! Diese bittere Erkenntnis ist für Schuldnerberater Claus Nömeier dringender Anlass, „den jungen Leuten rechtzeitig finanzielle Tipps zu geben und dabei altersgemäß die gesamte Palette vom Taschengeld über das eigene Handy bis zur Finanzierung und zum Unterhalt des ersten eigenen Autos abzudecken.“ Nömeier, der bereits mehrfach mit ähnlichen Projekten an der Realschule präventiv tätig war, sieht für das „Finanzgenie“ gute Chancen, als Dauerprojekt an allen Schulen installiert zu werden. Neu am „Finanzgenie“ ist, dass Lehramtsstudenten die einzelnen Unterrichtseinheiten durchführen und dabei gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen können: Einerseits bietet ihnen das Projekt die willkommene Gelegenheit, Praxiserfahrung zu sammeln, andererseits können sie ein dringliches Thema in der Schule aufarbeiten. Dabei werden sie von Iris Stephan, wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZLF, betreut, die den beteiligten angehenden Lehrern durch die Bank enormes Engagement und großen Ideenreichtum beim Entwurf ihrer Unterrichtseinheiten zuspricht. „Wachrütteln“ will zum Beispiel Student Christian Fehn die Schüler. Er möchte ihnen ein Gespür für den richtigen Umgang mit Geld vermitteln und sie über Möglichkeiten informieren, wie sie später die erste Wohnung oder ein Auto finanzieren können. Vor seinem Lehramtsstudium absolvierte Fehn eine Banklehre, er kennt also die finanziellen Nöte junger Leute auch aus diesem Blickwinkel. Realschulrektor Albrecht Wolfrum hat „keinen Zweifel an der Dringlichkeit dieser Präventionsmaßnahme.“ Darüber hinaus legt der Schulleiter größten Wert auf die Nachhaltigkeit des Projekts, die er durch zwei Maßnahmen gewährleistet sieht: Erstens soll das jeweilige Thema der einzelnen Jahrgangsstufen auch Eingang in den üblichen Unterricht finden; zweitens ist das Projekt als dauerhafte Einrichtung angelegt, so dass alle Schüler im Laufe ihrer Schulzeit die gesamte Themenliste bearbeiten. Wichtig ist es dem Schulleiter auch, die Eltern am Projekt teilhaben zu lassen, was in Form von Elternbriefen, aber auch mittels einer noch einzurichtenden Homepage geschehen soll.
Michael Sester