„SET-Schüler entdecken Technik“ begeistert an der Drei-Quellen-Realschule die Kinder und Jugendlichen

von Carolin Feuerer

"Des is richtig cool, dass uns die Azubis alles zeigen. Die erklären toll und wenn man ein Problem hat, helfen sie einem gleich", meint Fünftklässlerin Magdalena eifrig und widmet sich wieder dem Lötkolben. Sie ist eine von 15 Schülern, die sich für den Kurs "SET- Schüler entdecken Technik" an der Drei-Quellen-Realschule angemeldet haben und nun an sechs Nachmittagen unter professioneller Anleitung experimentieren und forschen. Als Tutoren stehen den Technikdetektiven Experten - technische Auszubildende von Unternehmen, Studenten von Hochschulen/Universitäten und pensionierte "Meister Eder" - zur Seite. Unter deren Anleitung bauen die jungen Forscher Taschenlampen, Wechselblinker, eine elektrische Sirene und erforschen das Innenleben von alten PCs & Co. Die Werkstücke dürfen die Kinder mit nach Hause nehmen. Der gemeinnützige Verein "Technik für Kinder e.V." realisiert auf diese Weise Projekte, in denen sich Kinder durch Selbermachen für die "Welt der Technik" begeistern - spielerisch. Damit soll vor allem auch der technische und handwerkliche Nachwuchs frühzeitig und nachhaltig gefördert werden, nicht zuletzt um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen. Unter dem Motto "Begeistern durch Machen!" konnten insgesamt 400 Tutoren gewonnen werden, die Schüler verschiedenster Schularten mit viel Herzblut und Leidenschaft von der Welt der Technik zu begeistern.

Bei Severin aus der 6. Klasse rannte man damit offenbar offene Türen ein: "Für mich ist das Löten sehr interessant, weil ich nach der Schule auch in der Richtung etwas arbeiten möchte." Lehrerin Veronika Kufner, die als Koordinatorin des Projektes fungiert, ist sehr zufrieden mit dem Ablauf: "Anfangs hatten wir sehr viele Anmeldungen, dann sind doch noch einige abgesprungen, sodass jetzt mit der Gruppe von 14 Schülern aller Jahrgangsstufen wunderbar gearbeitet werden kann. Ich freue mich auch, dass Frau Freudenstein persönlich an unserer Schule erschienen ist, um sich vom Erfolg zu überzeugen." Susanne Freudenstein, die für die Regionalentwicklung zuständig ist und mit ihrer Kollegin 252 Schulen betreut, ist rundum zufrieden mit der Motivation der Schülergruppe an der Drei-Quellen-Realschule. "Wir können ja eventuell einen Fortgeschrittenenkurs organisieren, wenn die Schüler so begeistert sind", meint sie und erzählt noch, dass man 2010 mit lediglich 10 Schulen und Studenten aus Deggendorf begonnen hatte und nun so viele Interessenten wie nie habe. Auch das Konzept mit den Technikkoffern, die mit Werkzeugen und Lötstation bestückt sind und den Schülern zur Verfügung stehen, habe sich sehr bewährt.

An der Drei-Quellen-Realschule wurde das Projekt nun von den Firmen Micro-Epsilon und R. Scheuchl GmbH, beide aus Ortenburg, großzügig finanziell unterstützt. Als Tutoren fungieren die Azubis der Firma Scheuchl Markus Huber, Sebastian Dadlhuber und Elias Gehring, sowie Meister Simon Rettenberger, der als Berater im Hintergrund stets zur Verfügung steht und einst selbst an der Realschule Bad Griesbach Schüler war. Sie unterweisen die Schüler und geben die notwendigen Hilfestellungen. Natürlich ist es auch das Ziel der Firma, Schüler später für eine eventuelle Ausbildung zu gewinnen bzw. ihnen Lust darauf zu machen, meint er ehrlich: "Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre, aber man kann auf 3 Jahre verkürzen. Nach bestandener Ausbildung kann man den Meisterkurs anschließen oder auf die Technikerschule gehen."

Auch Azubi Markus Huber besuchte die Realschule und findet, dass es schon irgendwie lustig sei, nun als "Lehrer" an die Schule zurückzukommen und er selbst immer noch etwas dazulerne, vor allem beim Löten. Und sein Kollege Sebastian Dadlhuber fügt hinzu: "Anfangs war ich schon nervös, als ich vor dem Haufen Kinder gestanden bin. Aber dann kamen die ersten Fragen und alle haben so toll mitgemacht und dann gings ganz schnell und schon war der erste Nachmittag vorbei." Auch die Lehrlinge lernen also selbst etwas hinzu. Eine klassische Win-win-Situation für alle offenbar.

Firmeninhaber Richard Scheuchl hat es sich nicht nehmen lassen und war auch persönlich erschienen, um den Schülern für die Teilnahme am Kurs zu danken: "Ich finde es eine super Idee, Jugendliche für Technik zu begeistern, weil die Motivation, eine Lehre gut abzuschließen viel größer ist, wenn die Ausbildung Spaß macht. Euch steht die ganze Welt offen, wenn ihr eine gute Ausbildung habt. Fachkräfte werden überall dringend gesucht!" Konrektor Christofer Beer wiederum bedankte sich bei ihm und den anderen Kursorganisatoren und lud die Firmen Scheuchl und Micro-Epsilon ein, am 16.03.2024 am Tag der offenen Tür der Drei-Quellen-Realschule zur damit verbundenen Berufsstartermesse zu kommen.